„Sie haben geknobelt, wer links neben mir sitzen musste…“

20.10.2021

Alkoholprävention in Klasse 9 mit Frank Milbich am Alfred-Delp-Schulzentrum

„Wenn ich den Stiefel auf ex schaffe, bin ich ein toller Kerl“, erzählt Frank Milbich der Klasse 9b des Alfred-Delp-Schulzentrums. Er braucht keine aufwändige PowerPoint-Präsentation oder Filmmaterial, er erzählt den Schülerinnen und Schülern einfach nur aus seinem Leben. Eindrücklich beschreibt der seit vielen Jahren trockene Alkoholiker, wie leicht und unbemerkt er in die Alkoholsucht hineingeraten war, ihn der Alkoholmissbrauch langsam isolierte und am Ende sein Leben in große Gefahr brachte.

„Wenn ihr es bemerkt, dann ist es bereits zu spät! Dann seid ihr schon mittendrin!“, antwortet Frank Milbich auf die Frage eines Schülers, wann er sich seiner Alkoholsucht bewusst geworden sei. Geduldig und schonungslos offen beantwortet er die zahlreichen Fragen der Klasse und gibt Einblicke in das reale Leben eines Süchtigen. Der Handballverein war der Startpunkt – bereits in der Jugend! Nach dem Training kreiste der Stiefel, am Anfang noch mit Bier-Cola und später mit härterem Alkohol. Frank war stolz darauf, den Stiefel immer komplett zu leeren. „Sie haben geknobelt, wer links neben mir sitzen musste, weil der immer die neue Runde zahlen musste.“ Das hat ihn angespornt, hat ihm Anerkennung verschafft.

Seine Lebensgeschichte trifft bei den Schülerinnen und Schülern genau ins Schwarze. Manche kennen die Situation bereits selbst aus ihrem Vereinssport und haben bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. Das Wissen, dass die vermeintlich harmlose „Runde“ nach dem Spiel eine solch lebensbeeinflussende Wendung herbeiführen und aus einem gesunden Sportler einen todkranken Menschen machen kann, nehmen die 9. Klässler mit. Frank Milbich musste nicht den Zeigefinger heben und anklagen, die Geschichte seines Lebens dient als Warnschild für die Jugendlichen, beim Alkoholkonsum genau hinzuschauen und bei der nächsten Runde mit Selbstvertrauen zu sagen: „Eine Cola bitte!“.

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